Wie beschreibst du die ersten Wochen und Monate bei uns im Team?
Die ersten Wochen waren für mich sehr schön und eindrucksvoll. Das Team hat eine tolle Dynamik. Ich wurde sofort mit offenen Armen empfangen.
Was bringst du für berufliche Erfahrungen mit?
Ich habe von 2016 bis 2019 die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege absolviert. Danach habe auf der kinderonkologischen Station im Klinikum Kassel gearbeitet und die Weiterbildung in der kinderonkologischen Pflege und Palliative Care Pflegekraft gemacht.
Was war für dich entscheidend, dass du dich als junge Fachkraft für die Palliativarbeit interessierst?
Generell denken die meisten bei Palliativarbeit sofort an Sterben. Für mich ist palliativ ganz viel mehr als Sterbebegleitung. Es ist ummantelnder und umfassender. Wir sind bestmöglich für die Patient*innen da, gestalten eine engmaschige Symptomkontrolle. Das heißt, dass sie auch in der Häuslichkeit gut versorgt sind , z.B. was die Themen Schmerzen und Leid angeht. Für die Familien sind wir da, bieten Unterstützung und Gespräche an. Das alles ist für mich Palliativarbeit.
Was war für dich entscheidend, dass du den Weg in die Palliativarbeit gefunden hast?
Ich habe damals Martina Fröhlich, die bis 2021 die pflegerische Leitung der Kleinen Riesen war, bereits als Schülerin kennengelernt. Sie hat damals in der Tagesklinik gearbeitet. Im späteren Verlauf hat sich der Kontakt zu Dr. Thomas Voelker und Elke Thomé zu den Kleinen Riesen verstärkt. Elke war damals meine Mentorin in der Einarbeitung. Zusätzlich habe ich bei meiner Weiterbildung auch zwei Wochen bei den Kleinen Riesen hineingeschnuppert. Es waren also verschiedene Menschen, die mir den Weg in die Palliativarbeit geebnet haben. Schließlich habe ich letztes Jahr den Entschluss gefasst, ich brauche eine Veränderung: Ich habe mich beworben und bin sehr glücklich, nun Teil des Teams zu sein.
Das bedeutet, du bist nun sowohl im Klinikum Kassel als auch bei den Kleinen Riesen im Einsatz. Wie unterschiedlich ist nun deine Arbeit?
Im Klinikalltag ist vieles sehr strukturiert, mit genauen Abfolgen und Prozesse sind teilweise sehr automatisiert. Bei den Kleinen Riesen ist der Blick noch individueller. Was braucht die Familie, wie können wir unterstützen. Ein großes Thema ist daher Zeit haben, Zeit lassen und Dasein. Dies ist oftmals im klinischen Setting so nicht möglich. Das ist für mich der größte Unterschied in meiner Arbeit.
Was war bisher bei den Kleinen Riesen dein besonderer Moment?
Ich habe eine Krebspatientin mitbegleitet, die aus dem Klinikum entlassen wurde, danach in der Versorgung war und schließlich in ihrem Zuhause verstorben ist. Also eine Begleitung bis zum letzten Tag. Das ist für mich eine ganz neue Art von Abschiednehmen. Denn ich war bis zuletzt in ihrem Zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung. Jede Familie, die wir begleiten, öffnet sich ja für uns. Und dies so zu erleben, war für mich ein besonderer Moment.
Und was hat diese Erfahrung mit die gemacht?
Sie hat mich bestärkt, dass es eine gute und richtige Entscheidung war, bei den Kleinen Riesen anzufangen. Und, dass die Arbeit, die die anderen ja schon ganz lange machen, und ich nun auch, sehr würdigend und wertschätzend ist.
Wo siehst du dich in den kommenden Jahren?
Ich kann mir gut vorstellen, in den kommenden Jahren die Weiterbildung als Praxisanleiterin zu machen. Auch wenn ich mir das früher nie vorstellen konnte, ist mein Interesse daran inzwischen stärker geworden. Ich bin offen für neue Herausforderungen – und gerade, weil ich noch jung bin, möchte ich diese Chance nutzen. Als Praxisanleiterin begleite ich nicht nur Auszubildende, sondern auch Teilnehmende in der Weiterbildung. Es reizt mich, mein Wissen weiterzugeben, meine Werte zu teilen und andere auf ihrem Weg zu unterstützen. Ein weiteres Thema, das mich weiterhin fasziniert, ist die Aromatherapie. Ich habe damit bereits im klinischen Bereich gearbeitet und würde dieses Wissen gerne vertiefen und stärker in meine tägliche Arbeit integrieren.
Liebe Svenja, vielen Dank für das schöne Gespräch und herzlich Willkommen im Team der Kleinen Riesen.




