15.02.2026

Internationaler Kinderkrebstag

Am Internationalem Kinderkrebstag, 15. Februar, erinnern wir uns an Kinder wie Lenn – und an Familien, die einen Weg gegangen sind, der alles verändert.

Lenns Vater hat uns von dieser Zeit erzählt. Von Bildern, die bleiben:„Ich habe diese Bilder im Kopf, als wir auf der Station waren. Kinder ohne Haare, kleine Babys mit Schläuchen. So viele Kinder, die wir vorher nie wahrgenommen haben.“

Lenn war an einem sehr aggressiven Gehirntumor im Alter von sieben Jahren erkrankt. Und doch war er in all dem Leid ein Kind voller Klarheit und Stärke. Sein Vater beschreibt ihn als unglaublich einsichtig: „Lenn hat sein Schicksal angenommen und doch für jeden Tag gekämpft.“ In der Familie wurde offen über Gefühle gesprochen. Lenn konnte ausdrücken, was ihn bewegte. Er hatte eine besondere Tiefe – und eine außergewöhnlich schnelle Auffassungsgabe, besonders in Mathematik. Schon in der ersten Klasse verstand er Inhalte der zweiten Klasse mühelos.

Der Glaube spielte für die Familie eine tragende Rolle. Lenns Mutter sagte: „Durch Lenn habe ich heute keine Angst mehr vor dem Tod.“ Besonders berührend bleibt die Erinnerung an Lenns letzte Tage. Sein Vater erzählte, dass diese Zeit – so schwer sie war – medizinisch und menschlich möglichst friedlich verlaufen durfte: „Er hatte kein Erbrechen, keine Krampfanfälle, keine Sondierung. Er hatte bis zum Schluss Freude am Leben.“

Drei Tage vor seinem Tod spielte der Achtjährige noch Uno und aß Pfannkuchen. In seinen Wachphasen sagte er immer wieder: „Ich liebe euch.“ Es war ihm wichtig, seine Liebe auszudrücken. Kurz vor seinem Tod streckte er den Finger nach oben und flüsterte: „Himmel.“ Ein Moment, der für die Familie unvergessen bleibt. Den Himmel hatte er bereits zuvor als sein Zuhause bezeichnet.

Als KinderPalliativTeam durften wir Lenn und seine Familie in der letzten Phase begleiten. Der Vater beschreibt, wie wichtig es war, jederzeit fragen zu können, Unterstützung zu spüren und nicht allein zu sein: „Wir konnten alles fragen, jederzeit anrufen, und uns wurde umgehend geholfen.“ Auch die christliche Gemeinde der Familie trug mit – ein Netz aus Halt, Vertrauen und Nähe. Heute bleibt neben der Trauer auch Dankbarkeit. Und eine Sehnsucht: „Ich wünschte, ich hätte mehr Video-Aufnahm um ihn zu sehen und zu hören.“

Am Internationalen Kinderkrebstag erinnern wir an Lenn.

Und an all die Kinder, die viel zu früh gehen mussten.

Und an die Liebe, die bleibt.

 

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