01.04.2020

Belastungen während der Corona-Pandemie enorm gestiegen

Beate Burmester ist psychologische Beraterin im Team der Kleinen Riesen Nordhessen. Sie berichtet von ihrer Arbeit in dieser Zeit:

Hat sich Deine Arbeit als psychologische Beraterin in dieser Zeit der Corona-Pandemie verändert?

Ja, wegen der Kontaktbeschränkungen telefoniere ich sehr viel mehr mit den Eltern.

Wie geht es den Familien?

In vielen Familien bestehen große Ängste, dass sich die Kinder mit dem Virus anstecken. Fast alle unsere Kinder haben krankheitsbedingt eine große Lungenbelastung. Einige haben auch große Angst, dass die erkrankten Kinder im schlechtesten Fall möglicherweise nicht in der Intensivstationen aufgenommen werden.

Welche Auswirkungen haben die Kontaktbeschränkungen auf die Familien?

Meistens führen diese zu einer stärkeren Isolation der Mütter: Bisher sind Pflegedienste, Therapeuten wie Physio, Logo und Ergo zu den Kindern ins Haus gekommen und haben sie dort behandelt. Um Ansteckungen zu vermeiden, sind diese Therapien nun ausgesetzt. Die Mütter bzw. Eltern haben normalerweise schon durch die starke Belastung eingeschränkte Außenkontakte und freuen sich, wenn die Therapeuten im Alltag einige Worte mit ihnen wechseln. Es finden jetzt also wesentlich weniger Kontakte statt und das Alleinsein steigert natürlich auch die Ängste. Und die Sorge, dass die ausfallenden Therapien sich negativ auf das Krankheitsgeschehen auswirken könnten, steigt natürlich auch.

Wie sieht es aus, wenn noch Geschwisterkinder da sind?

Die Tagesbetreuungen wie Kita und Schule fallen aus. Die Geschwister sind zuhause. Mütter bzw. Eltern müssen sich nicht nur um das kranke Kind kümmern, sondern auch noch ganztägig um die Geschwister.

Insgesamt ist die Belastung der Familien enorm gestiegen!

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